KI-künstlicher Bruder und Menschenbruderschaft

Workshop Stuttgart: 24.-26. Juli

Künstliche Intelligenz als technischer Bruder
und der Geistraum der Menschenbruderschaft

Wahrnehmungsübungen von Geistaspekten an Rechenzentren, Zisterziensern und Valentin Andreae

Längst beherrscht KI nicht nur die Technik, sondern formt durch ihren vermenschlichten Gebrauch auch unser Bewusstsein. Doch mit der umfassenden Anwendung als kollektive Intelligenz dringt die künstliche Intelligenz auch in Geisträume ein. Der Neubau zahlreicher Rechenzentren entfaltet eigene Sphären.

Am Beispiel des Hochleistungsrechenzentrums der Universität Stuttgart und des neu errichteten Rechenzentrums in Böblingen erfahren wir deren technisierende Wirkung auf den Landschaftsraum.

Zum Vergleich einer dem Menschen nahen Spiritualität spannen wir mit der Klosteranlage Bebenhausen einen weiten Bogen – von der mittelalterlichen Geistigkeit der Zisterzienser über die moderne protestantische Bildung von Valentin Andreae und das Rosenkreuzertum des Tübinger Kreises bis hin zu Stuttgarts anthroposophischen Wurzeln.

Uns ist beim Umgang mit technischen Geräten nicht bewusst, dass wir sie energetisch integrieren und vom Intellekt ergreifen. Ein Hammer vergrößert die eigene Ätherkraft um dessen Wirkraum, eine Bohrmaschine hat eine ätherische Durchdringungskraft, und darüber hinaus trägt sie ein Maschinenwesen in einer technisch-seelischen Qualität in uns hinein. Die Elektrizität und deren Magnetfelder in der Maschinenwelt gehören zu unserer Kultur; mit ihren Wesenheiten der Technik tragen sie seit Langem in unsere Zivilisation. Neue Kulturimpulse sind mit dem Handy und seinen Funknetzen hinzugekommen. Elektromagnetische Wellen bestimmen nun unseren technischen Fortschritt.

Waren es bisher eine vom Ätherisch-Seelischen bestimmte Technik, Teil unserer Zivilisation, so sind es mit der Computer- und Internetrevolution technische Kräfte, die nach unserem Ich greifen. Doch nun ist mit der Innovation der Künstlichen Intelligenz ein weltumspannendes, kollektiv-technisches Bewusstsein hinzugekommen – längst in Geistsphären hineingewachsen.

Wie beim Beispiel des Hammers oder einer Maschine durchdringen wir sie und sie uns. Die Welt des Internets und der Smartphones dringt in unser Denken ein – KI in unseren Geist als bleibendes Maschinenabbild einer verlorenen Zukunft.

An den Standorten des Hochleistungsrechenzentrums „Hunter“ der Universität Stuttgart und des neu errichteten Rechenzentrums in Böblingen lässt sich anhand der menschlichen Wesensglieder der Einfluss auf den Landschaftsraum Stuttgarts wahrnehmen.

Das ehemalige Zisterzienserkloster Bebenhausen nahe Tübingen bietet sich zum Vergleich einer tief verwurzelten Geistigkeit an. Die Geschichte des Klosters Bebenhausen ist ein lebendiges Zeugnis des Wandels christlicher Spiritualität – von der strengen Askese der Zisterzienser über die Wirren der Reformation, die das Klosterleben beendete, bis hin zur protestantischen Bildungsutopie von Valentin Andreae. Die Baukunst in Bebenhausen war von schlichter, filigraner Schönheit geprägt. Das Ostfenster, das Sommerrefektorium mit seinen gotischen Dekorationen oder der spätgotische Kreuzgang zeugen davon. Wahrzeichen der Klosterkirche ist der steinerne Vierungsturm.

Im Mittelpunkt zisterziensischer Spiritualität standen „ora et labora“ – Askese, Gebet und körperliche Arbeit.

Die tiefe mystische Frömmigkeit der Zisterzienser fand in Bebenhausen einen seltenen und kraftvollen Ausdruck. Auf einem Tafelbild eines unbekannten Meisters in der Klosterkirche ist eine der berühmten Visionen des Heiligen Bernhard von Clairvaux festgehalten: Er betet vor einem Kruzifix, während Christus sich vom Kreuz herabneigt und ihn innig umarmt. Dieses Bild überstand wie durch ein Wunder als einziges die nachfolgende Reformation.

Nach der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und das Langhaus der Kirche abgerissen. Die Einrichtung einer Klosterschule führte aber bald zum teilweisen Wiederaufbau.

Mit Johann Valentin Andreae wurde ein Mann zum Abt der Klosterschule von Bebenhausen berufen, der eine protestantisch geprägte Vision von Spiritualität und Bildung verkörperte. Er bildete die angehenden Pfarrer Württembergs aus und beeinflusste so die Seelsorge und Moral im ganzen Herzogtum. Sein größtes Verdienst ist jedoch die Einführung der allgemeinen Schulpflicht für Jungen und Mädchen.

In seiner Studienzeit am Evangelischen Stift in Tübingen war er Teil eines Gelehrtenkreises, aus dem das Rosenkreuzertum hervorging. In seiner Utopie „Christianopolis“ entwarf er den Idealstaat einer protestantischen Gesellschaft, die auf Gottesfurcht, Tugend und Arbeit gründete.

In Bebenhausen traf so die jahrhundertealte Tradition zisterziensischer Frömmigkeit auf den reformatorischen Geist von Valentin Andreae, der den Glauben durch Erziehung und strenge Moral in die Gesellschaft tragen wollte.

Beim Vergleich mit dieser geistigen Moralität offenbart sich an Rechenzentren eine kollektive KI als Geistsphäre – in ihrer technischen Dimension. Uns so modern erscheinende technisierte Zukunftsvisionen von Google AI stehen entgegen der Menschlichkeit, entgegen einer Friedenskraft. Es ist, als dringe in die Ich-Kraft des Menschen eine roboterhafte KI – als blickten Mensch und KI sich gemeinsam an.

Aus dieser Nähe von Technik- und Menschengeist wachsen jedoch auch Chancen, dieser längst weltumspannenden KI zu begegnen. Heute ermöglichen uns vielfältige Impulse der Anthroposophie sowie Impulse in vielen gesellschaftlichen Bereichen, bewusst für eine Geistigkeit einzutreten.


Beginn: Freitag  18 Uhr, Stuttgart Wahrnehmungsübungen Smart Phone. Samstag: Hochleistungsrechner Universität, Rechenzentrum Böblingen, Hospitalkirche als letzter Lebensort von Valentin Andreae. Sonntag: Kloster Bebenhausen und Evangelisches Stift Tübingen.
Ende: Sonntag ca. 15 Uhr,
Kosten: 200€, Ermäßigung auf Anfrage, junge Erwachsene frei.
Organisation, Anmeldung: Ute Jonas ute(dot)jonas(at)gmx(dot)de