Templerkommende Lietzen

Workshop Lietzen (bei Berlin): 17.-19. Juli 

Templerkommenden Lietzen und Quartschen
verborgene Geistimpulse der Menschenbruderschaft im Oderraum

Angesichts der gegenwärtigen Menschheitskrisen begeben wir uns auf die Suche nach christlichen Kulturimpulsen der Mitmenschlichkeit. Ihre Spuren finden sich östlich von Berlin in den ehemaligen Templer-Kommenden des Oderraums, in Lietzen und dem anschließenden polnischen Quartschen. Anknüpfend an ihre Geistigkeit Mitteleuropas öffnet sich ihr Impuls nach Osten. Unmittelbar gelegen am Schattenort der Schlacht des Zweiten Weltkrieges um Berlin an den Seelower Höhen, halten sie eine Lichtsphäre.

Die Templer, ein geistlicher Ritterorden, der die Ideale des adligen Rittertums mit denen des Mönchtums vereinte, hatten ursprünglich die Aufgabe, die Straßen des Heiligen Landes für christliche Reisende zu sichern. Mit ihnen verwob sich der Geistraum Mitteleuropas mit Jerusalem zu einem Raum der Menschlichkeit. Nach der Verfolgung der Templer in Frankreich gingen deren Besitzungen in Brandenburg auf den Johanniterorden über. Im kleinen, beidseitig der Oder liegenden Bistum Lebus vertraten sie ihre dem Menschen so nahe Spiritualität.

Der geistige Ursprung der Templer ist eng mit der Grabeskirche in Jerusalem verbunden. War diese einst ein Sehnsuchtsort des Friedens, so wurde sie durch die Kreuzzüge und den Verlust der heiligen Stätten auch zu einem Symbol apokalyptischer Gewalt. In dieser Zeit entstand der älteste Hospitalorden „St. Johannis vom Spital zu Jerusalem“, der bis heute als Johanniter- und Malteserorden fortbesteht. Sie sind abgebildet im Kreuz des Johanniterordens mit seinen acht Spitzen und stehen seit dem 15. Jahrhundert für die Seligpreisungen der Bergpredigt – für die Hingabe an Christus und das Eintreten für eine Menschenbruderschaft.

Diese Christuskräfte sind in der Kommende Lietzen und den umgebenden Filialdörfern mit ihren Feldsteinkirchen in Dolgelin, Neuentempel, Marxdorf und Tempelberg noch immer präsent - in sich ganz nah an der Templerspiritualität und ihrem Gralswirken. Auch die beiden zum Bistum gehörenden romanischen Kirchen – Falkenhagen als größte mittelalterliche Dorfkirche Brandenburgs und die Dorfkirche Sieversdorf – gehören zu diesem Raum. Im Osten, auf der polnischen Seite der Oder, schließt sich mit Quartschen die nächste Kommende an, die bedeutendste Templerniederlassung im Osten Europas, mit ihrer von den Johannitern ausgebauten frühgotischen Backsteinkirche.

Als erneuernder Aspekt wirkt das Kinesogramm von Marko Pogačnik als Land-Art-Projekt des Kulturprojektes Erdbahnhof in Dolgelin auf diese Sphäre der Herzkräfte.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs fand in diesem Landschaftsbereich des Oderraums an den Seelower Höhen die letzte große Schlacht um Berlin mit 100.000 Toten statt. Noch immer ist das Beben der Erde innerlich erspürbar – wie ein Riegel wirkt eine Totenwelt.

Wir wollen aus dem Wirken der Johanniter eine Geistigkeit entfalten: eine Menschenbruderschaft, die die Wesensglieder jedes Einzelnen und des Kollektiven wandelt - auf dem Christuswirken gründend, Kriege überwindend, letztlich wurzelnd auf den Gralslegenden der geläuterten Templer. Es entsteht eine nach Osten fließende Friedenssphäre. Dieses Wirken zeigt die innere und äußere Weltentwicklung und bewegt sich im Spannungsfeld zwischen den Friedenskräften und den Konflikten des Ostens.

Beginn: Freitag 18 Uhr, Kommende Lietzen
Ende: Sonntag ca. 16 Uhr,
Kosten: 150€, Ermäßigung auf Anfrage, junge Erwachsene frei.
Organisation, Anmeldung: Jana Rieger, Tel: 030-92379317 / jana(dot)rieger(at)web(dot)de
Unterkunft: Nähe Komturei Lietzen bitte selbständig buchen!