S21 Lichtaugen und Widerschein

Workshop Stuttgart 13. bis 15.2.2026

S21 Lichtaugen der Kelchstützen - der Widerschein des Geistigen und die Gegenwelten 

Inzwischen krönen die fertiggestellten Lichtaugen die Kelchstützen des Dachtragwerks im Tiefbahnhof. Sie leiten das Tageslicht in die unterirdische Bahnhofshalle. An Maria Lichtmess (Darstellung des Herrn) wollen wir die besondere Lichtqualität nutzen, um die geistige Wirkung des einströmenden Lichts in der Bahnsteighalle zu erforschen – im Kontrast zum ätherischen Raum, der durch das zerrissene Mineralwasser entsteht.

Die vom Architekten Christoph Ingenhoven entworfene, spektakuläre Betonschalenkonstruktion des Daches bildet mit den 28 Kelchstützen das Tragskelett des Bahnhofs S21. Deren obere Lichtaugen leiten durch gewölbte Glasflächen Tageslicht in die unterirdische Halle. Das Licht reflektiert sich an den hellen Mantelbetonflächen der Stützen und verleiht der Halle ihre schwingende Struktur und Leichtigkeit. Die organische Form wurde von Frei Otto aus Seifenblasenexperimenten entwickelt.  Otto distanzierte sich 2010 von dem Projekt und verlangte einen Baustopp. Er verstarb 2015.

Die Bauidee erweitert das massive Stützenprinzip der Romanik und steigert das Lichthafte der Gotik zu einer organischen Architektur mit minimalen Flächen. Das Licht wird durch die Kelchstützen förmlich in die Tiefe der Bahnsteighalle gezogen. Dieser geistigen Bauidee folgt die Form der Kelchstützen. In ihrer Mantelform erkenne ich auch einen marianischen Bezug: umhüllend tragen sie das Licht in die Tiefe.

Die beengte Querlage des Bahnhofs im Tal steht im Widerspruch zum ursprünglichen Baugedanken und führt zu zahlreichen Konflikten: die Zerschneidung des Schlossparks, zu wenige Bahnsteige, deren ungünstige Neigung und mehr. Diese Probleme führen zur gesellschaftlichen Kritik.

Das Fest Maria Lichtmess, die Darstellung des Herrn, geht auf das keltische Imbolc zurück. Dieses Fest symbolisierte die Rückkehr des Lichts und die Reinigung, was sich in Bräuchen wie der Kerzenweihe oder Lichterprozessionen widerspiegelt. An Lichtmess wird nach christlichem Verständnis die geistige, die Christus-Qualität im Sonnenlicht wieder besonders wahrnehmbar. Wir feiern dies am 2. Februar (oder nach dem orthodoxen Kalender 14 Tage später), 40 Tage nach Weihnachten.

Das Fest der Darstellung des Herrn feiert die Begegnung des greisen Simeon mit dem Jesuskind im Tempel. Als Maria und Josef das Kind darbringen, nimmt Simeon Jesus auf den Arm und spricht die Worte: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht in Frieden scheiden, denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast.“

Geistig beschreibend gründet die Tragekraft von Stützen in Kirchen und Kathedralen auf ätherischen Kraftstrukturen, die sich durch die Säulen in die Höhe entfalten und die sakralen Räume erfüllen. In den durch Strebebögen aufgelösten Wänden der Gotik breitet sich das Licht aus. In der Stuttgarter Bahnhofshalle jedoch sind durch die Querlage des Tales diese ätherischen Strukturen durchschnitten. Der Nesenbach-Düker verkehrt zudem die Ausstrahlung der Mineralwässer in ihr Gegenteil. Die Kelchstützen tragen dies als ätherische Gegenimpulse. So ist in der Halle ein Ringen zwischen dem Lichthaften und diesen Gegenwelten wahrnehmbar - ein innerlich diffuses Licht.

In diesem Workshop wollen wir an den Lichtaugen dieses Geschehen weiter erforschen. Mit ätherischen Bezügen begonnen haben wir 2023 an den Kelchstützen und dem Nesenbach-Düker. Wir können die Bahnhofshalle zwar nicht direkt ansehen, dennoch bieten einfache Übungen die Möglichkeit, die Sphäre des unterirdischen Bahnhofs zu erfahren. 

Beginn: Freitag  18 Uhr und Ende Sonntag ca. 15 Uhr, Kosten 200 Euro,  Ermäßigung auf Anfrage, junge Erwachsene frei,
Anmeldung: bei Ute Jonas, ute(dot)jonas(at)gmx(dot)de